- Keine Rollläden. Das nervt nicht nur wegen den rund um die Uhr beleuchteten Gebäuden in Sichtweite, sondern auch vor allem bei Vollmond. Es gibt nur ein Gegenmittel: sehr dicke Vorhänge. Und mit einer Fensterfront nach Osten wird es so im Sommer entweder sehr früh sehr hell oder, mit zugezogenen Vorhängen, schnell heiß.
- Der Fußbodenbelag in der Küche. Sieht aus wie Fliesen, ist aber irgendein synthetisches Irgendwas (vermutlich PVC). Selbst frisch geputzt fühlt sich der Boden immer ein bisschen klebrig an. Schlimmer ist allerdings noch
- der Teppichboden. Früher fand ich Teppichboden toll, diese Wohnung hat mich vom Gegenteil überzeugt. Zunächst einmal ist der Teppichboden rot. Und zwar nicht ein hübsches Rot wie der rote Teppich, auf dem die Stars so gerne herumspazieren, sondern eher Terrakottarot. Mit einem unmöglichen Muster. Plus den Flecken von mindestens einem Vormieter, die ich nicht herauskriege. Nein, ich will nicht wissen, wovon die sind.
- Die Fliesen im Badezimmer sind in einem wunderhübschen Babyrosa gehalten. Und weil das irgendeinem stilistisch verwirrten Vormieter nicht genug war, wurde auch noch der Rest des Badezimmers und die Decke des Wohnzimmers in einem dunklen Rosa gestrichen. Nein, nicht in Pink, mehr wie Babyrosa vermischt mit Dunkelgrau. Diese Farbe ist unbeschreiblich. Wenigstens hat sich danach irgendein Mensch erbarmt und die entsprechenden Stellen wieder mit Weiß übertüncht, allerdings mehr schlecht als recht.
- Der Duschvorhang. Stellt euch diesen zartrosa Barbietraum von Badezimmer vor – und dann einen Duschvorhang mit Palmen in braun und gelb. Ich habe nichts gegen Palmen generell, aber so passt das überhaupt nicht zusammen. Außerdem gibt es keine Möglichkeit zu verhindern, dass der Vorhang beim Duschen am Körper klebt, was ich hasse, es sei denn, man hängt ihn außerhalb der Badewanne und dann gibt es Pfützen auf dem Boden.
- Die Möbel. Ursprünglich schien es mir eine gute Idee zu sein, die Möbel von meinem Vormieter zu übernehmen, was für mich auch relativ günstig war. Tatsächlich komme ich mir aber vor, als wohne ich in Sperrmüll. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mich frage, wer die Möbel für diese Wohnung ausgesucht hat. Das Bettsofa, auch in dunkelrot, blockiert die Heizung, was im Winter recht unpraktisch ist. Die Schrankwand ist ein Wohnzimmermöbel, was heißt, der Platz darin ist recht beschränkt. Mein Vormieter war ein Mann, das heißt, er hatte keine so großen Probleme wie ich, das Ding als Kleiderschrank zu benutzen. Und dann gibt es noch den Couchtisch mit der Glasplatte, den ich auf den Balkon gestellt habe, nachdem ich mir andauernd die Schienbeine an der Glasplatte gestoßen habe.
- Die unterschiedlichen hygienischen Vorstellungen von mir und meinem Vormieter. Führte zu einem kleineren Putzfimmel meinerseits. Details wollt ihr nicht wissen, glaubt mir.
- Der Anschluss der Waschmaschine. Ich bin froh eine zu haben und in der Küche macht die sich auch recht gut als Ablage. Bloß, um die an den Abfluss anzuschließen wollte ich persönlich nicht nur Klebeband verwenden. Andererseits traue ich mich auch nicht, da irgendetwas auch nur anzufassen, aus Angst, die Konstruktion könnte auseinanderfallen. Immerhin muss man zur Verteidigung des handwerklich kreativen Vormieters sagen, dass ich bis jetzt noch keinen Wasserschaden hatte; jedenfalls nicht durch die Waschmaschine. (Das ist eine ganz andere Geschichte)
- Die Akustik. Von den Nachbarn neben mir höre ich nichts, und das ist gut so. Allerdings kann ich live mithören, wenn irgendetwas auf dem Flur passiert oder der Nachbar gegenüber seine Musik aufdreht. Der Mensch über mir scheint auch recht nachtaktiv zu sein, den Geräuschen nach. Wenn draußen vor dem Haus irgendwas passiert, bin ich mir auch oft nicht sicher, ob das Fenster offen ist oder einfach nur die Wand zu dünn.
- Taubendreck auf dem Balkon. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir nicht sicher bin, ob sich jemand jemals die Mühe gemacht hat, den Balkon zu putzen (siehe 7), sind die Tauben hier sehr militant und frech und sehen manchmal so aus, als warteten sie nur darauf, dass ich die Balkontür offen lasse, um in meine Wohnung spazieren zu können.
- Ja, ich weiß, das ist ein Punkt zuviel, aber er betrifft auch nicht direkt die Wohnung: Es handelt sich um den Aufzug des Hauses. Ich mag enge Aufzüge sowieso nicht, und der hier ist auch noch ziemlich schmuddelig. Ich wohne im vierten Stock, was die Sache schon recht grenzwertig macht; fast immer laufe ich Treppe, aber manchmal sind mir die 60 Stufen einfach zu viel.
geschrieben am 22. Juni 2010 um 22:53 Uhr von Judith
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