Judiths Notiz-Blog

ich meld mich mal wieder

Jetzt, endlich! Der wievielte Versuch auch immer das hier schon ist, einen nächsten Beitrag zu schreiben… Entweder ich hab mit einem angefangen, den ich dann nicht fertig schreiben konnte, oder, das letzte Mal als ich was schreiben wollte, ist meine Internetverbindung abgestürzt. War wohl nix. Vielleicht ein göttliches Zeichen, dass ich net so viel Mist schreiben soll? ;)
Jetzt, wo mir der Käse auch das wunderbare Plugin installiert hat, mit dem ich erkennen kann, wieviele von wo hierher finden (nochmal DANKE!) fühl ich mich fast schon unter Druck gesetzt, weil hier andauernd jemand draufguckt und ich immer noch nix neues hab ;)

Auch herzlich willkommen an alle, die vom Abiforum hier hergefunden haben!

Fünf Haikus

In Deutsch hab ich als GFS-mäßige Zusatzaufgabe fünf Haikus (siebzehnsilbige Kurzgedichte) geschrieben. Ich krieg dafür 13 Punkte, wenn ich sie vortrag, krieg ich sogar 15 Punkte. Ich weiß aber nicht, ob ich mich das trau, weil die manchmal bisschen arg krass klingen. Ich bitte euch, lest sie euch durch und sagt mir dann, was ihr davon haltet:

schneeflocken fallen
wie gefrorene tränen
eiskalt ist dein herz

du stehst neben mir
unerreichbar, zwischen uns
eine wand:schweigen

dein blick durchbohrt mich
dringt in die nackte seele
zum verstörten kind

es geistern des nachts
wie düstere gespenster
die hirngespinste

in siebzehn silben
unaussprechliches fassen:
haikus sind so schwer

Oettinger und die Strohgäubahn oder Rettet das Bähnle!

Am Freitag war ich mit meinem Orchester auf der Jubiläumsfeier zu 100 Jahre Strohgäubahn. Wir sollten zwischen den Reden spielen, damit die Leute nicht in Tiefschlaf fallen. Rein kam man sonst nur mit Einladung, es waren auch ziemlich viele hohe Tiere da, die Bürgermeister der Strohgäubahn-Dörfer, auch Herr Makurath (Ditzinger Oberbürgermeister), verschiedene Landtagsabgeordnete, unter anderem auch Wolfgang Stehmer (unser Wahlkreis) und sogar Oettinger, obwohl der fast zu spät gekommen wäre. Oettinger hat dann auch eine Rede gehalten, in der er erklärt hat, warum die Strohgäubahn für Baden-Württemberg und auch für ihn persönlich so wichtig ist. Er meinte, dass Schiene Zukunft schafft, und gerade auch die Strohgäubahn wichtig für die Wirtschaft im Ländle ist (denkt eigentlich keiner, meistens sitzen da nur ganz wenige Leute drin). Oettinger selbst hat schon als Schüler die Strohgäubahn kennen gelernt, er war auf dem korntaler Gymnasium, wo die Bähnlesstrecke direkt dran vorbei führt. Die damals übliche Mutprobe war “wer am längsten auf der Schiene stehen bleibt” erzählte er, woraufhin der Saal wieder wach war :-) und dass er nach der Schule, anstatt mit dem Zug direkt heim nach Ditzingen, immer mit dem Bähnle nach Heimerdingen gefahren ist, von wo ihn sein Vater abholen musste, weil im Bähnle die Stimmung besser war (Jetzt wissen wir, was wir für einen Ministerpräsidenten wir da haben…). Jetzt ist die Strohgäubahn allerdings in einer Krise, weil sie keine Güter mehr transportiert, und immer weniger Leute mit dem Bähnle fahren (es sei denn, es ist Winter und die Strecke zwischen Hirschlanden und Heimerdingen völlig zugeschneit und vereist…). Um die Strohgäubahn zu retten, von der die Politiker mehr zu halten scheinen als die Bevölkerung, wollen sie jetzt das Bähnle nicht mehr nur bis Feuerbach fahren lassen, sondern auf dem Stadtbahnschienennetz über den Flughafen bis auf die Fildern, was bei Entstehung der Strohgäubahn eigentlich auch so geplant war, aber wegen Geldmangel nicht durchgeführt werden konnte. Wenn sie das wirklich machen, dann fahr auf jeden Fall ich mehr mit dem Bähnle: Direktverbindung von Heimerdingen bis nach Stuttgart! Und wenn es auch nur Bummelbahntempo ist, das ist einfach genial! Nur leider ist das Problem dabei wieder das Geld, das wie überall fehlt, vor allem, weil kaum jemand Bähnle fährt. Also Leute: steigt um und rettet das Bähnle :-)

live aus Wanntania

Hier in Wanntania ist immer viel los. Nicht nur Schüler, sondern auch Gäste aus ganz Ditzingen kommen in unseren Staat. Anscheinend soll morgen auch noch der OB und ein Europaabgeordneter kommen. Unser Terminplan im Massagesalon ist heute Mittag fast vollständig ausgefüllt. Die Waschanlage, bei der die Claudi arbeitet, hat mehr Aufträge, als sie Lust zu arbeiten haben. Gerüchteweise gibt es Leute, die mehr einnehmen als sie ausgeben können. Apropos Gerüchte: In der wanntanischen “Bilt”-Zeitung ist eine von vier Seiten nur voller Gerüchte. Gerüchte über Geldfälscher und eine Affäre des Kanzlers mit seiner Gesundheitsministerin (nur wusste der nichts davon…) und anderes. Hier ist so viel los, dass ich nach zweieinhalb Tagen immer noch nicht alles gesehen hab. Aber wozu gibt es die Zeitung und die Werbeagentur… Kurz: Es ist sehr lustig. Schade, dass der Staat nur noch morgen existiert…

mein Führerschein und andere Neuigkeiten

Nachdem bei uns daheim eine Woche lang der Telefonanschluss nicht funktioniert hat komm ich jetzt endlich wieder ins Internet. Allerdings sitze ich in der Schule, weil wir gerade Schule als Staat haben.

Heute Morgen war eigentlich Aufbau, aber ich hatte Theorieprüfung. Zwischendrin hab ich echt gedacht, ich flieg durch, da waren mehrere Fragen, bei denen ich mir nicht sicher war, außerdem mehrere Zahlenfragen, und ich kann mir Zahlen nur schwer merken. Aber ich hab bestanden! Und zwar mit NULL FEHLERN!!! Das war ne echte Gebetserhörung.

Diese Woche haben wir Schule als Staat. Richtig geht es erst morgen los, aber heute war Aufbau und Probedurchlauf. Jetzt sind schon fast alle Betriebe geschlossen, obwohl es noch eine Stunde lang geöffnet ist. Morgen ist den ganzen Tag über geöffnet, genauso wie am Donnerstag, am Mittwoch gehts nur bis 16 Uhr, aber dafür ist da noch Open-Air-Konzert. Jetzt noch ein bisschen Werbung für meinen Betrieb: Ich arbeite im Massagesalon, Termine gibts nach Vereinbarung, ihr könnt gerne mal kommen, wenn ihr Zeit habt…

Frust.

Ich sitze gerade in Musik am Computer und soll mit einem komischen Programm, das ich nicht versteh, eine Fuge komponieren, deren Aufbau ich nicht versteh, und das Ganze dann auch noch als Zwölftonmusik, was sowieso völlig unverständlich ist. Das wird wahrscheinlich auch noch benotet. Und so verbringe ich meinen Mittag, bei dem Wetter.

 

Wenigstens kann ich dann hier noch was schreiben, was ich vor allem wegen der Fußball WM in den letzten Wochen völlig vergessen hab. Allerdings sind inzwischen alle exotischen Teams schon längst abgereist und nur noch alle die drin, von denen man es sowieso erwartet hat. Und die Deutschen werden auch nicht Weltmeister.

 

Frust.

im Kloster

ich war von Donnerstag bis Sonntag mit Reli im Kloster Triefenstein. Dort haben wir mit den Brüdern mitgelebt. Soll heißen, morgens um halb sechs aufstehen, dass man pünktlich(!) um sechs im Morgengottesdienst sitzt. Am Vormittag mussten wir bei einfachen Arbeiten (zum Beispiel Unkraut jäten) helfen. Mittags hatten wir frei (dann haben sich alle zum Mathelernen hingesetzt, weil wir am Montag die Arbeit geschrieben haben…) und abends hatten wir nach dem Abendgottesdienst von uns aus noch Programm. Ich hab das Ganze ein bisschen mit Hurlach verglichen, weil bei beidem die Mischung aus Arbeit und geistlichen Impulsen da war. Allerdings war die Arbeit härter (vor allem, wenn man das Lernen zu Arbeit zählt) und geistlich ging nicht ganz so viel. Das war eigentlich kein Wunder: Es waren auch Klassenkameraden dabei, die mit Gott nicht so viel am Hut haben, und die Liturgie in den Gottesdiensten war ziemlich eintönig und ohne Predigt oder Andacht. Viele meiner Klassenkameraden konnten sich auch bei den Gottesdiensten das Lachen nicht verkneifen, und ich bin so ein Mensch, ich muss immer mitlachen, wenn jemand lacht.
Gegen Ende, die letzten zwei Tage, wurde es aber besser, weil wir da allmählich an die Liturgie gewöhnt waren. Außerdem waren die Brüder total nett, einer hat uns das Billardspielen beigebracht, und da sage noch einer, so ein Kloster wäre total altmodisch und weltfern (die hatten sogar einen Fernseher, wo wir auch mit Leuten vom Kloster ein paar WM-Spiele gesehen haben).
Alles in allem war es eine gute Erfahrung, aber Nonne werd ich ganz sicher nicht, die paar Tage waren super, aber für ein ganzes Leben im Kloster… das kann ich mir dann doch nicht vorstellen.
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Das Ende naht!

Innerhalb der nächsten zwei Wochen hab ich eine Chemiearbeit, eine Mathearbeit und eine Geschichtearbeit, eine GFS in Musik und die Präsentation von meinem Seminarkurs. Außerdem geh ich übermorgen für vier Tage auf Klassenfahrt (mit Reli ins Kloster :-) ). Und das war dann so in etwa die restliche Arbeit für dieses Schuljahr. Im Juli hab ich zwar noch eine GFS in Geschichte, aber die muss ich erst nach den Notenkonventen halten, das heißt, wahrscheinlich zählt die erst ins nächste Schuljahr. (Für alle, die mit Schule nicht mehr so viel am Hut haben: GFS steht für die unmögliche Bezeichnung Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen, das ist ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung und zählt wie eine Klassenarbeit. In der Oberstufe muss jeder drei davon machen. Eine hab ich schon im November gehalten.)

Bus verpasst

Ich sitze hier im Internetcafe und schlage meine Zeit tot. Eigentlich hätte ich besseres zu tun, aber ich hab den Bus verpasst. Grundsätzlich vergeht kaum eine Schulwoche, ohne dass ich den Bus verpasse. Das ist völlig nervig, aber lässt sich kaum ändern, weil der Bus, den ich dreimal die Woche nach der Mittagsschule nehmen muss, so knapp fährt, dass ich entweder sofort aus der Schule rausstürmen müsste oder, wenn der Lehrer doch nicht ganz so pünktlich aufhört, auf den Bus rennen müsste. (und morgens, äh…) Mitnehmen kann mich auch nicht immer jemand, weil in meinen Mittagskursen eigentlich immer höchstens zwei andere Heimerdinger sind, die entweder was anderes vorhaben oder auch auf den Bus rennen müssen, und der Parallelkurs ist meistens schon weg. Ich freu mich drauf, wenn ich selber Auto fahren darf und dann vielleicht wenigstens an einem Mittag mit dem Auto in die Schule fahren kann…

?

Korf liest gerne schnell und viel
darum widert ihn das Spiel
all des zwölfmal unerbetnen
Ausgewalzten, Breitgetretnen.

Meistens ist in sechs bis acht
Wörtern völlig abgemacht
und in ebensoviel Sätzen
lässt sich Bandwurmweisheit schwätzen.

Es erfindet drum sein Geist
etwas, was ihn dem entreißt:
Brillen, deren Energien
ihm den Text – zusammenziehen!

Beispielsweise dies Gedicht
läse, so bebrillt, man – nicht!
Dreiunddreißig seinesgleichen
gäben erst – ein — Fragezeichen!!
(Christian Morgenstern)

Vielleicht schaffe ich es mit meinem Blog auch noch bis zum Fragezeichen…

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