Judiths Notiz-Blog

Im Anfang schuf Gott…

… erst einmal gar nichts, behaupten Kathrin Passig und Sascha Lobo. Aber ich will ja nicht vorgreifen: Hier das Video.

Verbesserung durch Schreibfehler?

Manchmal macht ein Schreibfehler ein Wort noch schöner, oder gibt ihm eine ganz neue Bedeutung. Peter Glaser (Blogger und Kolumnist der Stuttgarter Zeitung) hat hier seine persönlichen Top 10 aufgelistet.

Armut in Afrika – Blog Action Day

Heute ist Blog Action Day 2008 mit dem Thema “Poverty”, also zu Deutsch: “Armut”. Deswegen musste ich diese Gedanken einfach noch heute loswerden.

Vielleicht klingt das ein bisschen weit hergeholt, wenn ich ausgerechnet über Armut in Afrika schreibe. Zuerst einmal ist das das typische Klischee – denk an die armen Kinder in Afrika! – das man so im Kopf hat, außerdem hilft es zum Beispiel einem Hartz-IV-Empfänger hier im Land ziemlich wenig, wenn man ihm sagt, dass es ihm doch immer noch viel besser geht als den armen Afrikanern. Ich will das auch nicht schönreden. Allerdings geht es uns wirklich etwas an, was am Ende der Welt im afrikanischen Busch passiert. Einerseits, weil der Flüchtlingsstrom aus Afrika einfach nicht weniger wird: Eine schwierige Reise mit ungewissem Ausgang ist immer noch besser als der sichere Tod durch verhungern. Andererseits haben wir als reiche Nationen uns das Problem selbst eingebrockt.
In Afrika werden sämtliche Rohstoffressourcen ausgebeutet, die Profite wandern in die entwickelten Industriestaaten. Wir kommen uns vielleicht wohltätig vor, wenn wir den Afrikanern Entwicklungshilfe geben, aber fragt sich eigentlich irgendwer, wieso sich der Kontinent denn nicht schon längst entwickelt? Wieso ging der afrikanische Wohlstand in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurück, wenn die führenden Nationen dem Kontinent denn so viel nachhelfen? Die Antwort ist einfach: Schulden. Und es bringt auch nichts, wenn die G8 auf einem Gipfel beschließen, mit den Schulden einfach gut sein zu lassen, denn sobald einem afrikanischen Land sämtliche Schulden erlassen werden, fängt es sofort wieder an, neue aufzubauen. Das hat nichts mit den Afrikanern zu tun, sondern es liegt am System. Am ausbeutenden System, das die reichen Länder den armen aufgedrückt haben, damit sie wenigstens ein paar Profite aus den Entwicklungshilfekrediten erwirtschaften. Wieso sollten sie auch so freundlich sein und den Afrikanern etwas geben, ohne eine Gegenleistung zu fordern? Nö, Profit muss sein, und das funktioniert wunderbar. Über sogenannte „Strukturanpassungsprogramme“ mussten sich afrikanische Länder für die Weltwirtschaft öffnen – zu Bedingungen, die die Industrieländer bei sich selbst nie im Leben durchgehen lassen würden. Inzwischen verhungern Afrikaner, weil sie für sich selbst keine Lebensmittel produzieren dürfen. Stattdessen wird nämlich zum Beispiel Kaffee angebaut. Und wo der getrunken wird, sieht man jeden Morgen. Oder der Viktoriabarsch. (Seht euch “Darwin’s Nightmare” an!)
Kurz, Afrika ist in Not, und es gibt genug internationale Firmen oder Interessen, die in Afrika einfallen und das Geld in die Tasche stecken, das dort für Krankenhäuser und Schulen fehlt.
Die Lösung: Lasst Afrika in Ruhe. Wenn alle afrikanischen Länder hohe Zollschranken aufbauen würden, dass keine internationalen Finanzhaie einschwimmen können, könnten die Afrikaner sich vielleicht wieder um sich selbst kümmern, anstatt in einer Art modernen Sklaverei dahinzuvegetieren.

Das war’s für heute. Wie versprochen einfach so dahingerotzt und nicht korrekturgelesen. Wahrscheinlich tropft die provokante Polemik auch aus jedem Satz, aber sei’s drum. Wer eine andere Meinung hat oder mehr wissen will, kann sich ja per Kommentar melden. Vielleicht lasse ich mich auch so noch mal drüber aus.

Immer mal wieder was Neues

In den letzten Monaten habe ich diesen Blog ziemlich vernachlässigt. Das liegt weniger daran, dass ich nicht wüsste, worüber ich schreiben könnte, sondern mehr daran, dass ich versucht habe, möglichst nur ausführlich durchdachte und durchkorrigierte Texte zu veröffentlichen. Das war aber nicht mal mit Absicht, sondern eher weil ich ziemlich perfektionistisch bin. Nur bringt das ziemlich wenig, wenn ich zwar Texte schreibe, die mir hundertprozentig aufs Komma genau gefallen, von denen aber vielleicht alles zwei Monate einen schreibe. Stattdessen will ich jetzt lieber kürzere Texte schreiben, die vielleicht weniger gut sind, von denen ich aber öfter einen schreibe. Vielleicht kommt dann hier mal wieder etwas Leben in die Bude. Und sollte dabei je mal kompletter Bockmist herauskommen, gibt es ja immer noch die Kommentarfunktion. ;)

Und wenn ich jetzt schon einen Quasi-Neuanfang mache, habe ich den Blog auch noch generalüberholt. Zuerst einmal fällt euch sicher auf, dass ich meinen Titel erweitert habe; von meinem (ehrlich gesagt eher nichtssagenden) Namen auf “Judiths Notiz-Blog”. Damit wird schon eher klar, was ich hier mit dem Ding überhaupt will: Gedanken verbreiten, die mir gerade so durch den Kopf schwirren; Sachen weiterverbreiten, die ich für interessant halte und ein bisschen von dem, was ich so an Prosa und Poesie schreibe. Also von allem ein bisschen. (Den Namen eines Blogs nach über zwei Jahren zu ändern klingt vielleicht komisch. Ist aber so. Immerhin kann ich mich damit rausreden, dass ich jetzt neu anfange, auch wenn das Alte eigentlich alles stehen bleibt.)
Bei meinen Links habe ich auch aufgeräumt. Die Sachen, mit denen ich selber nichts mehr anfangen konnte, habe ich gelöscht und stattdessen neue Seiten dazugenommen. Ich habe eine neue Unterkategorie “Sprache”, damit die Liste unter “Anderes” nicht so lang wird. Dafür habe ich jetzt in “Anderes” alles Mögliche durchenandergemixt.

Soviel fürs Erste. Sinnvoller Inhalt kommt auch wieder. ;)

Was auch immer hier geht…

Mit Wordle kann man sich eine Wortwolke der meistbenutzten Wörter erstellen lassen. Je größer die Wörter sind, desto öfter werden sie benutzt. Ich habe meinen Blog da durchlaufen lassen, und festgestellt, dass hier wohl einiges “geht”:
Wortwolke

Allgemein scheinen mir auch Menschen und Meinungen wichtig zu sein, aber so ganz bin ich mir da auch nicht sicher, oder warum würde ich sonst so oft das Wort “vielleicht” benutzen? ;)

Und wenn jemand etwas dazu sagen will, kann er gerne einfach einen Kommentar hinterlassen! ;)

touchscreen

ein Anti-iPhone-Gedicht

touchscreen soll toll sein?!
auf dem display überall
fingerabdrücke!

Was ist missional nicht? – Mission, Religionsfreiheit und Toleranz

Nachdem der DoSi einen Aufruf von Rick Meigs zum SynchroBlog weitergegeben hat und auch selbst einen Beitrag dazu schreibt, nehme ich das einfach mal als Aufhänger meine eigenen, unqualifizierten Gedanken weiterzuverbreiten. Dabei will ich jetzt weniger auf die ursprüngliche Frage – was ist missional? – eingehen (weil ich davon sowieso nicht genug Ahnung habe), sondern das Pferd von hinten aufzäumen und ein paar Gedanken dazu loswerden, was missional (hoffentlich) nicht ist.

(WARNUNG! Könnte Polemik enthalten!)

Wenn von Mission die Rede ist, denken die Meisten immer noch an jemanden, der nach Afrika in den Busch geht, wo irgendwelchen unzivilisierten Buschleuten der Glaube und die Kultur gebracht werden muss. Da stellen sich viele natürlich die Frage: Wofür brauchen wir heute noch Missionare? Die Welt ist global vernetzt, wer sich für eine bestimmte Idee interessiert, kann sich frei informieren; und die westliche Einheitsbreikultur hat sich sowieso schon viel zu weit verbreitet, da muss man doch schützen, was es an lokaler Kultur noch gibt. Außerdem hat dieser Gedanke von dem Weißen, der zu den Schwarzen geht um ihnen zu zeigen “wie man es richtig macht” sehr viel von Imperialismus und Kolonien – kann man die armen Afrikaner denn nicht endlich in Ruhe lassen?

Noch schlimmer die Mission im eigenen Land: Irgendwelche Typen, die modisch mindestens ein, zwei Jahre zurück sind, stehen in der Fußgängerzone, singen Lieder zur leicht verstimmten Gitarre und treffen die Töne nicht immer, während sie Flyer verteilen auf denen Sätze stehen wie “Kehre um von deinen Sünden!”; kurz: die richtig peinlich sind.
Auf der anderen Seite jemand, der mit dem Glauben absolut nichts zu tun hat, der vielleicht denkt “Wer will, kann ja glauben, solange er mir damit nicht auf die Nerven geht” oder der von Religionsfreiheit eine vage Vorstellung hat wie “religionsfrei muss so ähnlich sein wie keimfrei”, also sollte man die Religion komplett aus dem öffentlichen Leben ins stille Kämmerlein verbannen.
Jetzt kommt der Missionierende auf den zu Missionierenden zu und fängt an, ihm seine Sünden vorzuhalten, ganz nach dem Motto “Dein ganzes bisheriges Leben war schlecht”, versucht, ihm mit der Holzhammermethode klarzumachen, dass er sich ändern muss, weil er sonst verloren ist und unbedingt in eine bestimmte Gemeinde/Kirche/Veranstaltung gehen muss, wenn etwas aus ihm werden soll. Was wird der Nichtchrist dann wohl denken?
Andererseits hat der Christ auch ein bestimmtes Bild von Mission und Sendung im Kopf: Er muss die Ungläubigen vor der Verdammnis retten, sonst sind sie auf ewig verloren! Also muss er mit Nichtchristen als allererstes über den Glauben reden und sie zu überzeugen versuchen, dass sie sich bekehren müssen, alles andere wäre verlorene Zeit.

Ich glaube nicht, dass Jesus, als er sagte “Geht hinaus in die Welt und macht zu Jüngern alle Völker” gemeint hat “Geht zu wildfremden Menschen, die möglichst noch eine andere Kultur und somit ein ganz anderes Weltbild und Verständnis haben, erzählt ihnen, dass sie sich euch anpassen müssen, koste es was es wolle, dass sie bisher alles falsch gemacht haben; ihr müsst sie nicht verstehen und wenn ihr andauernd in Fettnäpfchen tretet macht das auch nichts, wichtig ist nur, dass sie erfahren, was sie zu tun und zu glauben haben.” Es wäre sinnvoller, wenn man zuerst einmal versucht, den Anderen kennen zu lernen, ihn zu verstehen, und das, was er sagt, auch erst einmal stehen lässt, ohne zu sagen, dass das alles falsch ist, kurz:  seine Meinung toleriert. Im Gegenzug heißt das aber nicht, dass man die eigenen Ansichten hinterm Berg halten und immer nur nicken soll. Einfach zu sagen, “Du glaubst das und ich glaube das nicht, ich glaube das Andere”, ist vielleicht ein guter Ansatzpunkt, um wirklich mit jemandem über den Glauben reden zu können.

Mal wieder was neues

Fast ein doppeltes Jubiläum: Heute vor zwei Jahren und vier Tagen habe ich angefangen zu bloggen, gleichzeitig ist das hier der neunundneunzigste Beitrag, den ich veröffentliche. Da hätte ich wohl mich etwas mehr beeilen müssen, dass es auf zwei Jahre und 100 Beiträge reicht ;)

Außerdem habe ich seit einer Woche ein MacBook, mit dem ich gerade das hier schreibe:

Zum Glück habe ich dafür Studentenermäßigung bekommen und musste nicht ganz so viel zahlen wie für ein iPhone.

Toleranz – Definition

Schon seit Monaten versuche ich, das, was ich zu diesem Thema sagen will, in einem einzigen Text zusammenzufassen, aber das ist wohl unmöglich. Deswegen kommen jetzt mehrere Beiträge zum Thema, obwohl ich eigentlich keine Blogserien schreiben will. Vielleicht höre ich auch schon nach dem zweiten Beitrag auf.

 Zuerst einmal zwei Definitionen von Toleranz bei Meyer und bei Wikipedia.

Kurz und einfach gesagt, bedeutet Toleranz also, dass man jemanden, der eine andere Meinung hat als man selbst, diese Meinung haben lässt, selbst wenn man sie für vollkommen schwachsinnig hält.

Und genau da fangen die Probleme an. Wenn jemand intolerant ist, sagen wir, er hackt solange auf Menschen mit anderer Meinung herum, bis die klein beigeben, muss ich das dann tolerieren? Oder, wenn ich ihm mal deutlich meine eigene Meinung sage, auch zu seinem Verhalten, bin ich dann nicht selbst intolerant? Oder kann man es überhaupt noch tolerant nennen, wenn man zusieht wie dieser Jemand alle in seiner Umgebung mit seiner Meinung terrorisiert, oder verschließt man dann nicht einfach nur seine Augen vor dem ganzen Problem?

Ich finde, man muss da ganz deutlich unterscheiden zwischen dem, was jemand denkt, und dem, was jemand tut. Wenn jemand anders denkt als ich, kann ich mit ihm sehr interessante Diskussionen führen, auch ohne dass einer versucht, den anderen gleich zu überzeugen. Wenn sich aber jemand völlig daneben benimmt, dann bringt es nichts, einfach nur zuzusehen. Gerade dann muss man etwas sagen, vielleicht weiß der Mensch ja nicht, wie das, was er tut, von anderen gesehen wird. Aber auch da gibt es unterschiedliche Fälle. Manchmal muss man jemanden einfach machen lassen, wenn er sich stur stellt, und sonst keine größeren Probleme entstehen.

Fazit:
Es geht um Menschen, die anders sind als andere Menschen. Es geht aber auch darum, Kritik verteilen und annehmen zu können. Es geht vielleicht gerade darum, sagen zu können: Mach, was du willst, aber erwarte nicht, dass ich auch immer gut finde, was du machst. Es geht vielleicht auch darum, souverän genug zu sein, das, was man macht und denkt nicht von der Meinung anderer abhängig zu machen. Es geht darum, wie wir anderen Menschen begegnen, von Mensch zu Mensch.

Limericks

Weil ich gerade absolut nicht dazukomme, etwas Sinnvolles zu schreiben, kommt jetzt erst einmal etwas Blödsinn, und zwar ein paar Limericks, (die ich aber noch nicht überarbeitet habe):

es war eine frau aus niefern
die brauchte was zwischen den kiefern
sie hat pizza bestellt
ans ende der welt
doch dorthin können sie nicht liefern

zwei männer aus mühlacker
die schlugen sich sehr wacker
der eine aß quark
und wurde sehr stark
jetzt macht sich der andre vom acker

es war ne frau in vaihingen/enz
die fuhr nen nagelneuen benz
sie fuhr viel zu flott
und schon war er schrott
da sprach der schwob: “die reiche hend’s!”

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