Sonett, so oder so
Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs
Sonette find ich sowas von beschissen,
so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
daß wer Sonette schreibt. Daß wer den Mut
hat, heute noch so’n dumpfen Scheiß zu bauen;
allein der Fakt, daß so ein Typ das tut,
kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
Ich hab da eine Sperre. Und die Wut
darüber, daß so’n abgefuckter Kacker
mich mittels seiner Wichserein blockiert,
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.
Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht. Und wills echt nicht wissen:
Ich find Sonette unheimlich beschissen.
Robert Gernhardt
meine eigene Meinung zum Sonett als Sonett gedichtet ist nicht ganz so deutlich:
sonett ist nichts für mich
das kann ich dir nur sagen
verzichte drauf zu klagen
ich find die reime nich
gedichte? meinetwegen!
ob haiku oder freier vers,
ob züchtig oder doch pervers,
da hab ich nichts dagegen.
nur wenn es um die reime geht
da stürz ich in ein tiefes loch
und alles ist verloren
nur manchmal packt’s mich doch
und ich fang an zu bohren
bis etwas wie das ding hier steht